Dienstag, Februar 19, 2013

Skandal im Hause Hüppe: Viel mehr als "nur" eine peinliche Panne
Behindertenbeauftragter derBundesregierung veröffentlicht
persönliche Daten von Interessenten an einer Veranstaltung

Der Screenshot zeigt eine der zahlreichen Mails, die der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung Hubert Hüppe (CDU) zurzeit an seinen gesamten Medienverteiler schickt. Die Redaktion chronischLEBEN hat die vollständigen Namen, E-Mail-Adressen,und Telefonnummern der genannten Menschen aus Datenschutzgründen geschwärzt.

Wo gearbeitet wird, werden Fehler gemacht - klar. Wo viel gearbeitet wird, werden mehr Fehler gemacht: Betrüblich, aber auch eine Tatsache. Es gibt aber Fehler, die dürfen nicht gemacht werden. Datenschutz und Schutz der Pesrönlichkeitsrechte von behinderten und nicht behinderten Menschen müssen zum Beispiel in jedem Fall gewahrt werden. Wenn ausgerechnet der Behinderten-Beauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe (CDU) Mails mit den vollständigen Namen samt Telefonnummern und E-Mail-Adressen sowie Angaben über deren behindertenbedingten pesrsonenbezogenen Angaben an einen externen großangelegten Verteiler verschickt, dann ist das eine Panne - aber eine von der Sorte, die nicht hinnehmbar ist.

Was geschieht gerade?

Am 8. März zeigt der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, die Hörfilmversion von „Ziemlich beste Freunde“ im Neuen Rathaus Leipzig mit anschließendem kleinen Empfang. Durch zusätzliche akustische Bildbeschreibungen sowie Untertitel und Gebärdendolmetschung können auch seh- und hörbehinderte Menschen an dem Kinoerlebnis teilhaben. So weit, so löblich, so inklusiv und barrierefrei.

Das Problem samt skandalöser Panne:

Wer nicht möchte, dass seine persönlichen Daten und seine behindertenbedingten Bedürfnisse im Internet veröffentlicht werden, sollte sich zu der Veranstaltung nicht - wie vom Behindertenbeauftragten Hüppe gewünscht - online zu dieser Veranstaltung anmelden. Wer sich nämlich im guten Glauben und Vertrauen auf die Wahrung des Datenschutzes durch den Behindertenbeauftragten für die Veranstaltung am 8. März online registrieren lässt, muss damit rechnen, dass  seine Anmeldung mitsamt aller pesrönlichen Daten in Kopie an offensichtlich sämtliche Empfänger des Newsletterverteilers von Hubert Hüppe  geschickt.

Eine peinliche Panne nach dem bewährten Prinzip "Wo gehobelt (gearbeitet) wird, da fallen Späne (fällt der Schutz der Daten von Behinderten)"? Ja.

Eine hinnehmbare Panne? Nein.

Ein Behindertenbeauftragter, der seinen Laden nicht so weit unter Kontrolle hat, dass zumindest die simpelsten Regeln des Datenschutzes garantiert werden, sollte umgehend zurücktreten.

Norbert Jos Maas


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