Donnerstag, Februar 07, 2013

chronischLEBEN-Tipps für gesunde tolle Tage
Gesunde Skiwäsche zum Straßenkarneval und mit den Bützchen geizen


"Helau-" und "Alaaf-"Rufe der Narren, die seit heute zumindest in den Hochburgen des närrischen Karnevalstreibens jegliche zivilisierte Form der Begrüßung lautstark verdrängen, dürften einigen Pharmakonzernen und anderen Propagisten der Grippe-Hysterie gar lieblich in den Ohren tönen. Kaum bricht nämlich der allgemeine von der sogenannten fünften Jahreszeit verordnete Frohsinn aus, verbreiten die Lobbyisten der Grippe-Impfstoffe wieder einmal Panik. Nüchterne Aussagen renommierter Experten, die zum Beispiel in den Kliniken des Landes keinerlei Anstieg von Erkrankungen an der Schweinegrippe beobachten, werden allenfalls am Rande der jährlichen gigantischen Grippe-Kampagne der Pharmaindustrie zur Kenntnis genommen. Das Motto zur diesjährigen Karnevals-Session zumindest in den Medien lautet: Vor dem Feiern noch schnell impfen lassen.

Ob die jährlichen Grippe-Impfungen wirklich Sinn machen, bleibt bislang ungeklärt. Unbeschwerte Narretei zumindest im Straßenkarneval ist aber übrigens - auch ohne jede Grippe-Hysterie - bei den eisigen Temperatur dieser Tage nicht wirklich angesagt.

Ob nun "echte" Grippe oder "nur" eine schwere Erkältung (auch leicht missverständlich als "grippaler Infekt" bekannt): Vor allem chronisch kranke Menschen sollten eine Ansteckung möglichst vermeiden - selbst eine möglicherweise  "verschleppte" simple Erkältung kann gerade für Chroniker schlimme gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Und das muntere Karnevalstreiben bietet sowohl Schnupfen- als auch anderen Viren geradezu ein Paradies.

Wer sich allzu luftig kostümiert unter die anderen Narren auf den Straßen der Karnevalshochburgen an Rhein, Main, Isar und neuerdings sogar in Nord- und Ostdeutschland mischt, öffnet den krank machenden Viren sozusagen Tür und Tor.

   Zwiebel-Prinzip statt luftiger Samba-Kostümchen   

Die erste Regel für fanatische Narren lautet deshalb: Knappe Samba-Kostümchen à la Rio sind in unseren Breiten alles andere als karnevalstauglich. Zumindest sollten Verkleidungen im eisigen deutschen Straßenkarneval zumindest nach dem bewährten Zwiebel-Prinzip - also "mehrlagig" wie ein gutes Toiletten-Tissue - aufgebaut sein. Besser sind alle wärmenden Fell-Varianten (aus Tierschutzgründen natürlich keineswegs aus echten tierischen Pelzen).

Aber auch das kälteresistenteste Karnevalskostüm bietet keinen Komplettschutz vor Ansteckung. Und die Gefahr der Viren-Völkerwanderung von Mensch zu Mensch ist bei jeder Massenveranstaltung besonders groß. Dabei gibt es allerdings Unterschiede: Die Massen in Fußball-Stadien sind sich zwar nahe, aber es ist eher unüblich, dass sich Fußball-Narren innig in den Armen halten und knutschend den Sieg ihrer Menschaft feiern.

   Wibbeln statt bützen   

Anders im Karneval: Da gibt es nicht nur so uralte zutiefst archaische Rituale wie das rheinische "Stippeföttche", bei dem vornehmlich männliche Narren bierernst ihre Hinterteile (die "Föttche") innig aneinander "stippen" (hochdeutsch: stoßen) und sie dann "wibbeln", also reiben. Das sieht zwar ein wenig befremdlich aus, schadet der Gesundheit der Stippeföttche-Wibbler aber nicht weiter.

Als die hohe Kunst des Viren-Staffel-Laufs gilt dagegen die nicht auszurottende Unart des massenhaften "Bützchens". Ursprünglich war auch die Vergabe von "Bützchens" rein rheinisches Kulturgut (Bützche nennt das Narrenvolk in und um Köln das, was im Rest der Republik "Küsschen" sind). Mittlerweile wird überall "gebützt" auf Teufel komm raus, wo eine karnevalistische Ausrede bei der Hand bzw. am Kussmund ist.

Das Bützche ist der Augenblick, auf den Erkältungs- und Grippeviren das ganze Jahr über in froher Erwartung lauern.

Der chronischLEBEN-Tipp für die tollen Tage: Immer die wärmende Ski-Unterwäsche unters Kostüm - und Bützche nur mit lieben Menschen tauschen, die garantiert virenfrei sind.

Übrigens: Auch hochprozentiger Alkohol in größeren Mengen schützt nicht vor den Bösen Bützche-Viren.

jos

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