Donnerstag, Dezember 13, 2012

Beherzte Behinderte mit Zivilcourage
69-jährige schlägt mit Rollator Räuber in die Flucht


Behinderte Menschen werden nicht selten zu Opfern von Gewalttaten. Sie sind meist den Tätern körperlich unterlegen. Zumindest im niedersächsischen Langen bei Cuxhaven sollten Räuber es sich demnächst zweimal gut überlegen, ob sie über vermeintlich Schwäche und alte Opfer herfallen: Sie könnten an Anita Fischer geraten - und haben dann schlechte Karten: Zumindest, wenn die 69jährige gehbehinderte Rentnerin mit ihrem Rollator unterwegs ist. Mit der immer noch oft belächelten Gehilfe auf Rädern schlug Anita Fischer einen Räuber in die Flucht.

Anita Fischer mit Rollator und Ehemann Siegfried

Foto: NDR/Elske Burkert
Die behinderte, aber unverändert beherzte und mutige Frau war mit Ehemann Siegfried und ihrem Rollator in Längen unterwegs als sie beobachtete, wie Räuber Mann eine 71-jährige überfiel, die gerade Geld an einem Bankautomaten abgehoben hatte. Anita Fischer fackelte nicht lange. Sie verwandelte ihren stabilen Rollator in eine wehrhafte Mischung aus Waffe und Rammbock und rammte den Gehwagen immer wieder dem 30-jähriger Übeltäter schmerzhaft in die Beine.

Der ließ schließlich von seinem Opfer ab und konnte kurz darauf von der Polizei gestellt werden. Seine Ausrede: Er sei lediglich gestolpert. Die Polizei ermittelt jetzt gegen ihn wegen eines Raubüberfalls.

Anke Rieken, Pressesprecherin der Polizei Cuxhaven, lobt die Zivilcourage der Mutigen Rollator-Seniorin, gibt aber auch zu Bedenken, dass es in solchen Fällen sicherer ist, laut um Hilfe zu rufen.

jos

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