Montag, November 05, 2012

Krankenkasse werden zur Kasse gebeten
Aus für die Praxisgebühr und insgesamt 4 Mrd. Einnahmeverlust

Die Praxisgebühr fällt. Beim Koalitionsgipfel einigten sich dieUnionspartteienm und die FDP in der Nacht zum Montag unter anderem darauf, die seit 2004 erhobene Zwangszahlung von je zehn € zu jedem Quartalsbeginn zum 1. Januar 2913 wieder abzuschaffen.

Offensichtlich unter dem Druck des beginnenden Wahlkampfs zur Bundestagswahl konnte sich die FDP als kleiner Koalitionär in der Regierung mit seiner Forderung nach ersatzloser Streichung der unbeliebten Praxisgebühr durchsetzen.

Eingeführt worden war die Gebühr 2004 von der damaligen rot-grünen Regierung. Begründet wurde die zusätzliche und erhebliche Belastung der Kassenpatienten mit der Spekulation, die Gebühr würde Menschen von "unnötigen" Arztkonsultationen abhalten. Der erhoffte Effekt blieb übrigens aus. Die Praxisgebühr spült bisher rund zwei Milliarden Euro pro Jahr in die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Eine von den Unionsparteien geforderte Senkung der Kassenbeiträge angesichts der Milliardenüberschüsse in den Kassen der gesetzlichen Krankenversicherungen wird es vorerst nicht geben; das teilten die Generalsekretäre der Koalitionsparteien nach den siebenstündigen Beratungen mit. Statt dessen wird der Bundeszuschuss für 2013 um 500 Millionen Euro und für 2014 um zwei Milliarden Euro gekürzt.

Auch nach Wegfall der Praxisgebühr gilt: Für chronisch Kranke mit geringem Einkommen lohnt sich nach wie vor, über eine mögliche Befreiung von Zuzahlungen im Gesundheitssystem nachzudenken. Während nicht chronisch Kranke ab einer Zuzahlungssumme von Zahlungen befreit werden, die zwei Prozent des Jahreseinkommens überschreitet, werden Chroniker von weiteren Zuzahlungen befreit, wenn sie im laufenden Abrechnungsjahr bereits ein Prozent für Zuzahlungen geleistet haben. Die Chroniker-Bescheinigung für die Krankenkasse stellt der behandelnde Arzt (in der Regel der Hausarzt) aus.

Zuzahlungen werden zum Beispiel zu Arznei-und Hilfsmitteln und/oder bei Verordnungen von Krankengymnastik oder anderen Therapien fällig - ebenso bei stationärer Behandlung in Kliniken. Auch die bisherige Praxisgebühr zählen zu diesen Zuzahlungen.

Es gibt zwei Wege der Zuzahlungsbefreiung oder -Rückerstattung: Wer nicht sicher ist, ob die Summe seiner jährlichen Zuzahlungen zusammenkommt, sollte auf jeden Fall Quittungen sammeln und diese am Jahresende mit dem Nachweis seines Einkommens bei seiner Krankenkasse einreichen. Die rechnet dann den zu viel gezahlten Betrag aus und überweist die Differenz.

Wer sicher weiß, dass er die Zuzahlungsobergrenze von zwei oder einem Prozent seines Jahreseinkommens im nächsten Jahr überschreiten will, hat die Möglichkeit vor Beginn des Abrechnungsjahres (in der Regel im Dezember) der Kasse den gesamten Jahreszuzahlungsbetrag (ein oderzwi Prozent des Jahreseinkommens) pauschal zu zahlen. Dann gibt es für das nächste Jahr eine Zuzahlungsbefreiungskarte.

jos

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