Sonntag, Oktober 21, 2012

Umfrage der "Apotheken Umschau" - nicht nur zum Schmunzeln
Wird Sex doch eher überschätzt?


"Sex wird überschätzt" - das behaupten satirisch durch den Nach-Satzfetzen "Lauch auch" bereits vor sechs (!) die Mitglieder der Kölner A-capella-Gruppe "Basta". Und an dieser kecken Behauptung scheint etwas dran zu sein - zumindest, soweit es den Sex betrifft. Das ergab jetzt eine vom Gesundheitsmagazin in Auftrag gegebene repräsentative Umfrage.

Den aufmerksamen Leser beschleicht allerdings bei der Lektürde der Sex-Umfrage-Ergebnisse der Verdacht, dass Frauen ehrlicher auf diese oder jene intime Frage antwortete. Ein Beispiel: Jede sechste Frau in Deutschland (16,1%) empfindet laut Umfrage Sex als "anstrengend" und "eher als Pflicht". Männer können das, glaubt man ihren Antworten eher selten nachvollziehen (7,2%).

Überhaupt gaben deutlich mehr Frauen als Männer an, Sex sei ihnen persönlich nicht (mehr) wichtig (Frauen: 34,6%; Männer: 22,1%). Jede Vierte (23,0%) betont zudem, Erotik und Sexualität spielten in ihrem Leben überhaupt keine Rolle (mehr). Bei den Männern ist dies nur bei jedem Achten (12,8%) der Fall.

Allerdings leiden Männer deutlich stärker unter Versagensängsten als Frauen (Männer: 10,5%; Frauen: 5,5%). Frauen hingegen fürchten, sie könnten beim Sex nicht (mehr) attraktiv genug sein (Frauen: 22,2%; Männer: 14,9%). Wie sangen doch die Fünf von "Basta" im Jahr Zweitausendsex In ihrem Liedchen über menschliche Extrem-Nähe und Gemüse? "Sex wird überschätzt -Lauch auch". Scheint zu stimmen.

jos


Redaktionelle Anmerkung:
Die Schmunzel-Meldung der "Apotheken Umschau" hat natürlich einen durchaus ernsten Hinterrund - vor allem für viele chronisch Kranke und Behinderte. Behinderten- und krankheitsbedingt oder auch als Nebenwirkungen von (über)lebenswichtigen Medikamenten kommt es relativ häufig zu Störungen der Sexualität - in mehrere "Richtungen" von der Hypersexualität bis hin zu Orgasmus- und Erektionsproblemen. Die Umfrage der Aotheken-Kundenzeitschrift hilft da natürlich nicht unbedingt weiter.

Ist die Hypersexualität oder die erektile Dysfunktion (früher hieß das simpel Impotenz) medikamentenbedingt, kann oft bereits ein Wechsel der Medikation helfen. 

Ansonsten gilt - wie bei allen Menschen - auch und für Behinderte und Chroniker: Professionele Hilfe kann da enebso helfen wie die intensive, vorurteilbefreite,ergebnisoffene Auseinandersetzung mit dem Thema. 

jos

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