Sonntag, Oktober 21, 2012

Informationsbarrieren in Arztpraxen abbauen
Eine App als Gebärdensprache-Dolmetscher - erst mal in Österreich

Dass Ärzte und Patienten sich nicht immer wirklich verstehen, ist eine bedauerliche Tatsache. Besondere Probleme gibt es, wenn gehörlose Patienten ohne Dolmetscher auf Ärzte und Arzthelferinnen treffen, die -wie die meisten hörenden Mitmenschen - absolut gebärdensprachlos sind. Zumindest in Österreich soll sich das bald ändern - mit Hilfe von Tablet-Computern und Smartphone.

Die Kommunikationsbarriere beim Arzt überwinden helfen soll eine Gebärdensprache-Dolmetschsoftware mit dem Namen iSignIT. An der Entwicklung der App war unter anderem das Ludwig Reichertz Institut der die Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Am 23. Oktober präsentiert das Wiener ServiceCenter ÖGS barrierefrei die brandneue Applikation. Die Übersetzungshilfe ermöglicht Kommunikation mit gehörlosen PatientInnen in Österreichischer Gebärdensprache und fördert medizinische Selbstbestimmung.

Die Entwickler der Software weisen darauf hin, dass gerade im Gesundheitswesen sprachliche Barrieren besonders problematisch werden können. Reibungslose Verständigung, so das ÖGS, sei Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Auch die rund 10.000 gehörlosen Menschen in Österreich betrifft diese Kommunikationsbarriere.

Die Präsentation am 23. Oktober im Hörsaalzentrum der Medizinischen Universität Wien gibt nähere Einblicke in das Thema barrierefreie Kommunikation im medizinischen Bereich, sowie der Funktionalität der neuen Anwendung und ermöglicht Austausch und Diskussion mit den ExpertInnen Helene Jarmer, Geschäftsführerin ServiceCenter ÖGS.barrierefrei und Abgeordnete im österreichischen Parlament sowie Tino Schaft vom Peter Reichertz Institut für Medizinische Informatik.

jos

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